True Blood und warum Vampire nicht aussterben …

Beinah hätte ich es getan, beinah hätte ich auch einen Vampir Roman geschrieben, hatte die erste Seite schon angefangen … Wir schreiben das Jahr 2007. Ich komme nach Hause und der Göga hält mir den Tagesspiegel unter die Nase, deutet mit dem Zeigefinger auf einen kleinen Artikel am Rande, da geht’s um Stephenie Meyer und Twilight und den Wahnsinnserfolg u.s.w. Ich lese den Artikel fassungslos. Eine Vampirwelle .. .ach was, ein Vampirtsunami … ein Vampirweltbeben … ist da voll im Gange, … und ich kann unmöglich meine Geschichte schreiben …
Später erstaunt mich die Tatsache, dass es viele Nachahmer bzw. andere Vampirroman Autoren mit veritablem Erfolg gab und gibt. Ich lese diese Bücher also. Was ist da dran, will ich wissen … Stelle mir Edward Cullen so unendlich gutaussehend vor, dass ich von Robert Pattinson zuerst völlig enttäuscht bin … bloß, die ganze Meyer Saga hat für mich ein NO GO … Dazu gleich mehr.

Ich habe die Bücher von Anne Rice verschlungen. Alle, bis auf die mit den Hexen … Aber alle mit Lestat de Lioncourt als Hauptfigur. Das ist mal ein Vampir von Format … brutal, innerlich zerrissen, sexy und mit limitierten Moral- und Wertvorstellungen, wie es sich eben gehört für so einen richtigen Vampir.

Aber das elementarste Charakteristikum des Vampirs: seine furchteinflößenden FANGZÄHNE … bei Anne Rices Figuren perfekt angelegt und im Einsatz … FEHLT bei Meyers Vampiren! Das geht nun wirklich nicht, für mich jedenfalls nicht, tut mir Leid … Das ist wie Conan ohne Schwert, Rocky ohne Boxhandschuhe, Thor ohne Hammer, Pamela Andersen ohne Boobs …
Ich kapier nicht, dass es da unter den Vampirfans weltweit keinen Aufschrei gegeben hat.

Zum Inhalt und den Botschaften von Meyer will ich mich nicht auslassen. Respekt gebührt auf  jedenfall der Tatsache, dass sie eine Menge Leser unterhalten hat, … und auch ich habe sie gelesen (vor allem mit dem Fokus auf den Bestsellerstatus und der Frage warum?), wie ich schon erwähnte …

Nach all den fangzahnlosen Vampiren kam ‚True Blood‘ – die TV Serie – wie ein Fausthieb bei mir an. WOW, was geht denn da ab?! Sex und Gewalt in einer nicht gekannten Dosis und das, obwohl es sich um eine amerikanische Serie handelt. Des Rätsels Lösung war, dass die Serie in den USA nur auf Pay TV läuft. Okay, alles klar.

Diese Vampire sind heftig, ihre Fangzähne reißen Adern und Venen auf, bevor man Ooops sagen kann. Ihr Creator Charlaine Harris – eine Autorin, mit der man gerne Kuchen backen und über all ihre perversen Figuren reden würde.

Die Hauptfiguren Sookie Stackhouse und ihr Vampirlover Bill sind im wahren Leben auch ein Paar – ein kluger Zug der Macher von True Blood, denn umso authentischer kommen die Liebesszenen rüber.

Ich bin froh, dass ich endlich mal wieder eine Serie habe, auf die ich mich jede Woche freuen kann.

Vampire werden nicht aussterben, sie gehören inzwischen zu einem klassischen Genre und die Nachfrage nach überirdisch schönen, potenten und bösen Buben wird es so lange geben, so lange es Mädels gibt.

Eileen

 

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