Indie-Autoren müssen an sich glauben…

Ich möchte heute ein wenig auf die psychologischen Herausforderungen eingehen, die ein junger Autor (hier ist nicht das Alter gemeint) nicht selten zu bewältigen hat. Dabei beziehe ich mich auf eigene Erfahrungen und möchte nicht verallgemeinern, denke aber, dass Viele diese Erfahrungen teilen können. Aus diesem Grund hoffe ich, ein paar hilfreiche Tipps geben zu können, wie man sich ein dickes Fell zulegt, sich nicht entmutigen lässt und weiter macht.

1. Nicht jeder, dem man von seinem geplanten oder im Prozess befindlichen Buchprojekt erzählt, reagiert mit Begeisterung und Interesse. Das mag individuelle Gründe haben, meist handelt es sich aber – meiner Meinung nach – um eine mehr oder weniger natürliche Reaktion auf die Tatsache, dass so ziemlich jeder (man selber eingeschlossen) Ankündungen oder Informationen dieser Art oft und von den verschiedensten Leuten gehört hat. In den meisten Fällen handelte es sich um ‚Rohrkrepierer‘. Das heißt, dass weder Buchprojekt noch Buch realisiert wurden, also nicht zustande kamen. Sowas ist natürlich ernüchternd und lässt manche Menschen sehr verhalten oder zum Teil auch unpassend oder ungläubig reagieren. (Ein abrupter Themenwechsel in die eigenen Belange beispielsweise ist ein sicheres Zeichen).

Tipp: Nicht davon irritieren lassen und die Person nicht weiter „belästigen“.

Eine weitere These ist, dass manche Menschen Angst und Neid empfinden, wenn sie hören, jemand bastelt gerade an dem Traum, den sie schon ihr leben lang hegen, aber aus diversen, unerklärlichen oder welchen Gründen auch immer nicht realisieren. Dies ist die dunkle Seite mit der man es zu tun bekommt, wenn man tatsächlich ein Macher ist. In diesem Fall kann es passieren, dass die Informierten entweder absolut nichts zu der Ankündigung zu sagen haben (deutlichstes Zeichen!), oder aber zynische oder sarkastische Bemerkungen fallen lassen.

Tipp: Sich nicht emotional darauf einlassen! Das soll heißen, nehmt es euch nicht zu Herzen und geht nicht darauf ein! Streicht diese Person von eurer Liste der Personen,mit denen ihr euch über euer Buch austauschen könnt.

2. Es gibt die übereifrigen „Vorverkauf – Fans“ und die Vorschusslorbeeren-Verteiler. Sie schmieren einem Honig ums Maul, motivieren grundlos, ohne auch nur mal ein Wörtchen gelesen zu haben und weisen immer wieder darauf hin, dass sie ein signiertes Exemplar des Debutromans haben wollen. Sie tun nur scheinbar gut.

Tipp: Es gibt noch lange keinen Grund, zu glauben, dass man viele Leser erreichen und erfolgreich sein wird, also nicht nachlässig und schlampig werden und mit den Füßen auf dem Boden bleiben!

3. Man wird besser, je mehr man liest und schreibt. Man wächst als Autor, die Werke werden mit der Zeit besser, das Schreiben geht routinierter von der Hand, das Handwerk sitzt immer besser. Mit anderen Worten, wenn man meint, nicht gut genug zu sein, heißt das nicht, dass man nicht gut genug werden kann.

Tipp: Weitermachen, schreiben, schreiben schreiben…Sollte also jemand auftauchen und behaupten, entweder man hats drauf oder nicht, bitte nicht hinhören…Talent ist ein fragwürdiges Konstrukt. Bei genauer Betrachtung handelt es sich um das Zusammentreffen sehr günstiger Umstände sowie ein begünstigendes Umfeld gepaart mit einem starken Willen und einer Leidenschaft für die Sache (hier das Schreiben).

4. Kreativität unterliegt Schwankungen. Sie kann phasenweise sehr hoch und phasenweise sehr niedrig sein. In beiden Phasen kann es passieren, dass manche Ereignisse die Situation sogar verstärken: Bemerkungen von Außen, Selbstsuggestion.

Tipp: Schotte dich von negativen, nicht konstruktiven Ideen ab. Überlege, was du brauchst um in eine kreative Stimmung zu kommen oder sogar eine Blockade zu überwinden. Da gibt es Möglichkeiten, die tatsächlich funktionieren. Wie wäre es mal eine ganz andere Art von Musik zu hören. Such dir neue Musik, in die du eintauchst. Sieh dir mal Filme an, die du sonst ignorieren würdest. Suche neue Reize und neue Emotionen. Gehe in Kontakt mit alten oder neuen Freunden. Rede mit Fremden. Suche neue Erfahrungen…Suche nach Gefühlen, die du lange schon nicht mehr hattest.

So, und zum Schluss möchte ich Joe Konrath, dessen Website jedem Indie zu empfehlen ist, zitieren:

„You have no control over what people say about you.
Du hast keine Kontrolle darüber, was Leute über dich erzählen

You have full control over how you react to what people say about you.“
Du kannst aber deine Reaktion auf das, was die Leute über dich sagen,
kontrollieren.

Man kann diese Zitate interessanterweise spezifisch und gleichzeitig allgemein betrachten.

Konrath geht in seinem Artikel auf mögliche Reaktionen nach Veröffentlichung einer eigenen Geschichte / eines eigenen Buches ein.

Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen

Ich hoffe, dass ihr alle da draußen, die ihr an eurer Geschichte / eurem Buch sitzt, einfach dranbleibt, komme, was wolle, euch nicht unterkriegen lasst und an euch glaubt. Schreibt, schreibt, schreibt so gut ihr könnt, wenn ihr es schon nicht lassen könnt 😉

Eileen

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